Der alte König


Vor langer langer Zeit in einem Alten Land namens Dorejour feierte König Colonne I. seinen 90. Geburtstag.

Es war ein wunderschöner milder Frühlingstag, viele Menschen kamen von weit her in die Königsstadt Seekrone angereist, denn er war ein sehr beliebter und weiser König. Der alte König regierte schon sehr lange, und er hatte noch nie einen Fehler gemacht. Colonne I. begrüßte seine Gäste im Schlosshof mit einer Rede, danach trat ein Orchester auf und am Abend des Festes wurde ein großes Feuer angezündet, wo gelacht und getanzt wurde. Als die letzten Gäste gegangen waren, ging der König auf eine kleine wilde Wiese, vor seinem Schloss. Da stand sein Lieblingsbaum eine Birke. Er setzte sich mit letzter Kraft unter seine Birke. Er blickte lange in die Ferne, dann schloss er seine Augen und er fiel glücklich in den Todesschlaf.

Am nächsten Morgen suchte man ihn im ganzen Schloss, in allen Gemächern und Türmen. Als man ihn auf der Wiese fand, merkten sie, dass er gestorben war.

Man begrub ihn direkt unter seinem Lieblingsplatz. Nun gab es jedoch keinen Thronfolger. Die Königin war schon länger tot und ein Kind hatten sie nicht.

Eine Woche nach dem Tod des König, war der alte Vertrauensdiener gerade dabei, das ehemalige Schlafgemach von Colonne zu wischen. Dabei entdeckte er unter dem Bett eine alte schwarze Holztruhe und öffnete sie. Darin lagen mehrere Pergamente, auf denen die Namen der Nachfolger des Königs standen.

Die, die als erstes den Thron beanspruchen sollten, waren schon tot, diejenigen die danach kamen waren mittlerweile Geächtete oder auch schon gestorben.

Als der Vertrauensdiener schon die Hoffnung aufgeben wollte, entdeckte er ganz unten zwei Namen. Der eine hieß Gundomar von Bergstein, und der andere Ludwig von Waldburg. Der Vertrauensdiener kannte Gundomar, er war ein königlicher Bote. Gundomar wusste nicht, dass er der Erbe der Krone ist. Da Gundomar bei Hofe nicht sehr beliebt war, sollte das auch so bleiben, dachte der Vertrauensdiener.

Da aber ein Vertrauensdiener das nicht entscheiden konnte, ging er mit den Pergamenten zum Kardinal. Als er dort war, erzählte er, was er soeben erlebt hatte und dachte.

Der Kardinal dachte genauso und gemeinsam erkundigten sie sich über Ludwig von Waldburg. Sie erfuhren, dass Ludwig mittlerweile ein Volksheld war, er konnte mit dem Degen so gut umgehen wie mit der Schreibfeder. Er hieß auch nicht mehr Ludwig sondern der „Mann Des Windes“. Der Name kommt daher, dass er an der Küste lebt und selbst im stärksten Sturm einen Zweikampf gewinnen konnte. Er hilft allen Sklaven, Bettlern und armen Familien.

Als der Vertrauensdiener und der Kardinal das erfuhren, war für sie klar, dass dies der rechtmäßige Nachfolger des König ist.